16. Februar 2018

Psychologie - Selbstständigkeit: Endlich frei sein?

Selbstständig – Intrinsische Stolpersteine überwinden

Die Begeisterung für die Selbstständigkeit und das eigene Unternehmen beginnt im Kopf und lässt anschließend den ganzen Menschen ‒ wie von innen ‒ erstrahlen. Doch was geschieht, wenn sich Risiken in den Weg stellen? Erlischt das Licht früher oder später, kann sich der Betreffende dann, vergleichbar mit einem Helikopter, über die Situation erheben und aus einer anderen Perspektive Lösungswege erkennen?
In diesem Artikel werden psychologische Zusammenhänge und Lösungswege an Hand von Beispielen aus der Praxis vorgestellt.
Hier zum Fachartikel: http://kybkom.de/presse-archiv/

Unser Fachartikel erschien in der Zeitschrift AKOM leben

1. September 2017

Mit Konflikten und Kritik wachsen


Kennst du Situationen, in denen deine Konflikt- und Kritikfähigkeit geprüft wurde und du dein Verhalten im Nachhinein als ausbaufähig empfunden hast? Wenn ja, dann fühle dich herzlich eingeladen zum kostenlosen Webinar "Mit Konflikten und Kritik wachsen"

Datum:  08.09.2017
Uhrzeit: 19.00 Uhr - ca. 20.00 Uhr
Preis:     kostenlos

Weiterführende Informationen und Anmeldung:
Webinar: mit Konflikten und Kritik wachsen

3. April 2017

Stressprävention: im Spiegel der Alpakas

Möchtest du gerne Stress schon im Vorfeld erkennen und ganz individuelle Möglichkeiten nutzen, damit deine Widerstandskraft gestärkt wird?
Im Spiegel der Alpaka-Reaktionen lernst du dich mit Perspektivenwechsel kennen. Das Seminar beinhaltet sowohl theoretische Zusammenhänge als auch viele praktische Übungen. mehr Informationen: http://kybkom.de/stress-burnout-praevention-mit-alpakas/

ZEIT
Datum:   22.04.2017
Uhrzeit:  8.30 Uhr bis ca. 17.00 Uhr

ORT
Rabenscheune auf dem Kastanienhof, 78250 Tengen/Wichs am Randen
Region: Hegau , nordwestlich des Bodensee, im Süden von Baden-Württemberg, nahe am Schwarzwald

KOSTEN
220,- €  pro Person/Tag
inkl. Seminarunterlagen, 2x Pausensnacks, 1 Mittagessen, Seminargetränke, MwSt.
 
ANMELDUNG
bei: Kybkom, info@kybkom.de, Tel. +49   07733-501 49 19

2. August 2016

Stressprävention - die ABC-Analyse


Bildbearbeitung von shutterstock_182858135 

Stress kann ganz unterschiedlich vorgebeugt werden. Heute stellen wir euch die ABC-Stressanalyse vor. Denn nur wer weiß, um was es bei ihm selbst geht, kann auch wirklich etwas dafür tun, dass es zukünftig anders wird. Mehr dazu unter:
http://kybkom.de/stressbewaeltigung-die-abc-analyse/

‪#‎stress‬ ‪#‎stressprävention‬ ‪#‎stressvorbeugung‬ ‪#‎übungen‬ ‪#‎stressanalyse‬

24. Mai 2016

Gesundheitsprävention mit besonderer Atmosphäre



Wollen Sie warten bis es zu spät ist oder lieber rechtzeitig etwas für sich und ihre Gesundheit tun?

Stellen Sie sich vor, Sie segeln mit dem einzigen friesischen Plattbodenschiff auf dem Bodensee. Kennen Sie Plattbodenschiffe? Das sind Segelschiffe mit plattem Boden, die früher speziell für die schnelle Verbindung zwischen den Fischern und dem Land eingesetzt wurden.

Wir haben dieses Prinzip aufgenommen und auf den konkreten Bedarf für Menschen abgestimmt, von denen beruflich viel gefordert wird. Im Fokus stehen Sie als Teilnehmer/in und Ihre  Gesundheit. Sie segeln mit dem Schiff auf den See, genießen die ganz besondere Atmosphäre. Auf dem Wasser und an Land machen Sie Übungen, die sowohl Ihre Sinne anregen als auch Lösungsimpulse für Ihren Alltag ermöglichen.


Vielleicht haben Sie auch ein konkretes Thema, das Sie gerne anschauen und lösen möchten. Dieses Thema können Sie auf Wunsch auch vorab mit Karin Pietzek besprechen.

Weitere Informationen finden Sie unter:  http://kybkom.de/praevention-statt-burnout/

10. Mai 2016

Wer bin ich - Was hindert mich?

Störfelder mit Hypno-integrativer-tiefenpsychologischer-Therapie, H.I.T.T.® erkennen und bearbeiten.
Störfelder mit Hypnose Therapie erkennen und bearbeiten

In Supervision, Coaching und Therapie werde ich oft gefragt: Weswegen passiert mir das immer wieder? Ich kann nicht mehr, fühle mich ausgebrannt, bin nur noch müde, habe Angst in die Firma zu gehen, können Sie mir helfen? Wie kann ich mich weiterentwickeln? Wo gibt es vermeidbare Barrieren? Wie gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

Für die Lösungsfindung von im Alltag auftauchenden Problemen ist tiefenpsychologisches Wissen sehr hilfreich. In meiner Beratung gehe ich davon aus, dass der Patient sich selbst der beste Lösungsfinder ist. Daher kommen neben systemischen Aufstellungen unter anderem auch das Wissen der hypno-integrativen-tiefenpsychologischen Therapie, kurz H.I.T.T.® zur Anwendung. In dieser Hypnose-Methode werden Probleme und Krankheiten als Wegweiser im Prozess der ICH-Bewusstwerdung und ICH-Findung verstanden. Mit phasenspezifischen Fragen eröffnet der H.I.T.T.®-Therapeut seinem Patienten die Türen zum individuellen ICH-Findungs- und Entwicklungsweg. ...
Lesen Sie oder hören Sie sich den kompletten Artikel an. Zum Hören einfach an das Artikel-Ende scrollen:


25. April 2016

Kybalion - das männliche und das weibliche Prinzip

Wer sich mit den hermetischen Prinzipien befasst, dem eröffnen sich mehrdimensionale Zusammenhänge. Im männlichen ist das weibliche und um weiblichen das männliche Prinzip enthalten. Erst in der Betrachtung von beiden entsteht Entwicklung. Im Leben kommt das eine nicht ohne das andere aus. In der Grafik ist das weibliche Prinzip Rosa und das männliche Prinzip Hellblau dargestellt.
Was ist typisch männlich und was ist typisch weiblich? Mal vom Sexus abgesehen, sind wir nicht alle gleichwertig? 
Beim männlichen und weiblichen Prinzip denken wir automatisch an den Sexus. Der gehört zur evolutionären Entwicklung dazu. Gehen wir einen Schritt weiter und hinterfragen die Prinzipien , dann wird schnell sichtbar, dass es um weit mehr als rein biologische Fortpflanzung handelt. 
Manche Menschen fühlen sich nur durch den Partner/die Partnerin komplett. In diesen Fällen ist, irgendwann nach dem ersten 'verliebt Sein', die Luft aus der Beziehung plötzlich raus. Der Partner/die Partnerin kann nicht das erfüllen, was er/sie sich wünscht. Was ist passiert?
Das weibliche Prinzip I
Die Frau suchte nach einem Mann, der sie hält, der ihr Stütze ist in ihrer Emotionalität, der ihrem Sein eine äußere Form gibt, sie trägt und durch sein Tun dafür sorgt, dass sie sich geborgen fühlt.
Wenn es im Alltag dann dazu kommt, dass er viel arbeitet, damit er ihr ihre Wünsche erfüllen kann, beklagt sie sich darüber, dass er keine Zeit für sie hat.
Die Frau sucht nach etwas beim Mann, das sie nur bei sich selbst finden kann. Sie versucht über ihn ihren Mangel zu kompensieren. Ein Mangel, der gleichzeitig mit einer unbewussten Ressource verbunden ist. Wird sie sich dessen bewusst, kann sie ihre Stärken und Schwächen akzeptieren und an den Stellen, an denen sie es sich wünscht, in die Selbstverantwortung und Entwicklung gehen.
Das männliche Prinzip I
Gehen wir davon aus, dass die Frau sich des IST-Zustandes bewusst wird und erkennt, dass sie mehr kann als fühlen und sich Wunschvorstellung erträumen. Sie möchte in das aktive Tun kommen, das sich aus ihr selbst entwickelt und nicht ausschließlich von äußeren Bedingungen wie 'Geld verdienen müssen für den Lebensunterhalt'. Sie hat sich verändert und befindet sie sich schon im männlichen Prinzip. Sie nimmt wahr was sie möchte und was sie nicht möchte. Dabei hat sie natürlich ihre Gefühle und Wünsche mit dabei. Diese werden reflektiert. Ideen des Machbaren und der Möglichkeiten werden entwickelt.

Das weibliche Prinzip II
Im Geist sich die Dinge vorstellen ist eines, doch mit welchen Gefühlen sind die Ideen und Wünsche verbunden? Spürt sie die Realisierung oder trägt sie noch 'ach das geht ja doch nicht, weil ...' in sich. Genau hier beginnt die Bereitschaft für die tatsächliche Umsetzung. Was ist sie bereit zu tun, damit sich etwas an ihrer Situation verändert? Wie fühlt sich ihr Ziel gedanklich an? Fühlt sie sich schon am Ziel, so als hätte sie es schon erreicht? Sieht sie sich in der Lösung oder sieht sie sich im Mangel und in möglichen Schwierigkeiten?
In dieser Phase des weiblichen Prinzips geht es darum, Lösungswege und Möglichkeiten zu ebnen. Wieviel Einsatz möchte jemand bringen um sein Ziel zu erreichen; wie werden Lösungen für Hindernisse entwickelt; wie wird mit Hindernissen umgegangen, zur Lösung orientiert oder frustriert?
Jedes Hindernis birgt sowohl Chance wie Risiko in sich. Das Risiko abzubrechen und nicht genügend Nährboden zur Verfügung zu stellen und die Chance neue Erfahrungen zu machen, sich zu öffnen.

Das männliche Prinzip II
Ist die Bereitschaft vorhanden sich zu entwickeln, dann finden sich ungeahnte Lösungswege. Es beginnt die Zeit der Umsetzung, des Machen. Greifbare Ergebnisse werden sichtbar. Jedes Ergebnis ist die Wirkung auf das, was sich zuvor entwickelt hatte und gleichzeitig Ursache für die darauf folgende Entwicklung. Wird das Ergebnis positiv empfunden, dann steigert dies die Motivation zum in die Richtung weiter machen. Wird das Ergebnis negativ empfunden, dann könnte überprüft werden, wo im vorherigen Ablauf etwas verändert/optimiert werden könnte.

Das weibliche ist im männlichen und das männliche ist im weiblichen Prinzip enthalten. Manchmal strengen wir uns an, möchten uns entwickeln, tun vieles dafür und können nicht selbständig erkennen, wieso und woran es hakt. In diesen Moment helfen z.B. systemische Aufstellungen und Hypnosecoaching. In der Beratung werden individuelle, unbewusste Zusammenhänge sichtbar, Verstrickungen können gelöst und ungenutzte, bestehende Ressourcen aktiviert werden.

PAAR-Beziehungen
Partnerschaften, in denen beide auf dem Weg zu sich sind, sich nicht mehr über den Partner/die Partnerin definieren möchten, erleben ihre Beziehung auf einer anderen Ebene. Sie stützen sich gegenseitig, unterstützen, fordern und fördern einander in der jeweils individuellen Entwicklung.
Die Frau kann sich bewusst erobern lassen und der Mann kann seine Heldenreise antreten zum Herzen der Frau. Im gemeinsamen SEIN erleben beide ihre Erfüllung und können sich gemeinsam, unabhängig entwickeln.
weitere Informationen dazu, wo sich beispielsweise ungenutzte Blockaden entwickeln können:

Hast du Fragen zum Thema? Einfach mailen, ich beantworte sie dir gerne.
Herzliche Grüße

Karin

Karin Pietzek
Entspannungspädagogin
Coach für Burnout Prävention, Supervision

kybkom.de


8. April 2016

Kybalion - das Prinzip von Ursache und Wirkung (Kausalität)

Kausalität der Freiheit nach Hegel: "Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit"
„Jede Ursache hat eine Wirkung, jede Wirkung ihre Ursache; 
alles geschieht gesetzmäßig, Zufall ist nur der Name für ein unbekanntes Gesetz. 
Es gibt viele Ebenen der Ursächlichkeit, aber nichts entgeht dem Gesetz.“


Was bedeutet das?
In Gesprächen höre ich häufiger, dass auf Grund von Abstammung, Familiensituation, äusseren Umständen irgendetwas unmöglich erscheint. Menschen fühlen sich wie Figuren auf dem Schachbrett des Lebens. Sie spielen ihre Rolle, werden auf die Seite gelegt wenn das Spiel vorbei ist.
Das Gefühl kannte ich in meinen jüngeren Jahren auch. Bis zu dem Zeitpunkt an dem ich mich bewusst entschied selbst Spielerin zu werden, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und nicht mehr hin und her geschoben zu werden. Mehr dazu im Beitrag „Wenn das unmöglich Scheinende plötzlich möglich ist“.
Bei der Betrachtung der Zusammenhänge stelle ich fest, nichts geschieht ohne Ursache. Meine Entscheidung bewusst etwas in meinem Leben zu ändern, förderte Geschehnisse, die sich nach meinem Willen richteten. Ich wollte den Ereignissen einen Sinn geben. Ohne die Ereignisse hätte ich weiter vor mich hingelebt. Das traumatische Erlebnis führte dazu, dass ich mich aufrichtete, das Leben bejahte und in die Hand nahm. Wie Hegel schon so treffend sagte „Freiheit ist die Einsicht in die Not-wendigkeit“. Ich wendete die Not und wurde aktiv für mich und für meine Kinder.
Nach vielen Jahren in leitenden Positionen bei international agierenden Unternehmen, spezialisierte ich mich auf Entspannungspädagogik und Burnout Prävention. Im Fokus meiner Arbeit steht das Erfahrungslernen, denn ich lernte sehr eindrücklich ‚nichts prägt nachhaltiger, als die eigene Erfahrung‘.
Heute arbeite ich gemeinsam mit meinem Mann im eigenen Unternehmen als Entspannungspädagogin; gebe mein Wissen in Coaching, Supervision, Einzel- und Teamschulungen, als auch Vorträgen weiter.
Das Leben ist schön, ich lade dich ein es zu genießen und dir deine Ziele zu visualisieren. Wenn du sie wirklich erreichen möchtest, ist vieles unmöglich Scheinende plötzlich möglich.
Karin Pietzek
Tel.: 07733 – 501 49 19
www.kybkom.de
#burnout #prävention #kommunikationskybernetik #kybernetik #Entspannungspädagogik #kybalion #stress #vorbeugung

22. Februar 2016

Kybalion - Das Prinzip des Rhythmus

Kybalion - Das Prinzip des Rhythmus und wie der Rhythmus geändert werden kann

"Panta rhei" - alles fließt. Speziell in der Winterzeit ist der grippale Infekt mit tropfender Nase eine bekannte Erscheinung. Das Leid hatte gerade meinen Mann Wolfgang ereilt, als ich mir Gedanken über das Prinzip des Rhythmus machte.

Doch was könnte ein grippaler Infekt mit dem Prinzip des Rhythmus zu tun haben?

Die Atemwege stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Leben. Ohne Atem kein Leben. Meine Gedanken führen mich kuriose und gleichzeitig interessante Wege. Wenn ich nun davon ausgehe, dass Mund und Nase auch symbolische Eingangspforten sind, dann könnte es sein, dass der Mund mit dem Schmecken und die Nase mit dem Riechen zusammenhängt.
Das wiederum könnte bedeuten, dass ich in der Zeit, in der mir in meinem Leben (im übertragenen Sinn) etwas über eine längere Zeit nicht schmeckt oder mir etwas oder jemand stinkt, meine Eingangspforten geschwächt werden. Was dazu führt, dass ich leichter einen grippalen Infekt bekommen kann, als in der Situation, in der es mir richtig gut geht.
Wenn ich nun dem Gedanken weiter folge, dann führt er dazu, dass ich die Erkrankung als Ausdruck meines seelischen Empfindens sehe. Sie kann als Hilfe verstanden werden. Je nach Schweregrad darf ich erst einmal zur Ruhe kommen. Anschließend habe ich die Möglichkeit, mir in der Auszeit Gedanken zu machen, was mir nicht schmeckt, was mir stinkt und vor allem, was mir schmecken würde, was ich lieber hätte und wie ich das Ziel in meinem Leben integrieren kann.
Plötzlich erhält der Satz eine neue Bedeutung „Alles fließt, alles hat seine Gezeiten; alles hebt sich und fällt, der Schwung des Pendels äußert sich in allem; der Ausschlag des Pendels nach rechts ist das Maß für den Ausschlag nach links; Rhythmus gleicht aus.“
Ich habe die Zeit der Ruhe und des Tuns. Wenn ich mich gegen den Schwung meines individuellen Lebenspendels stelle, dann stelle ich mich auch automatisch gegen mich. Mir bleibt etwas im Hals hängen, etwas schmeckt mir nicht, mir stinkt etwas usw. . Je häufiger das vorkommt oder je stärker etwas ist, umso eher tendiere ich zu einer Erkrankung. Nutze ich die Erkrankung als Chance zur Selbsterkenntnis, dann hilft mir dies auf meinem Weg. Der Rhythmus meiner Entwicklung ist ausgeglichen in Ruhe und Tun. Das scheint tatsächlich einem Prinzip im ewigen Werden und Wandeln zu unterliegen.
Herzliche Grüsse
Karin

Karin Pietzek
kybkom.de 

10. Februar 2016

Kybalion - Das Prinzip der Polarität

Kybalion - hermetische Prinzipien - Das Prinzip der Polarität-
Was hat die 'Polarität' mit einer Küchenwaage zu tun und
wie kann es sein, dass 'Dualität' den Zeiger der Waage in Bewegung versetzt?
 
Im Kybalion ist zu lesen: „Alles ist zweifach, alles ist polar; alles hat seine zwei Gegensätze; Gleich und Ungleich ist dasselbe. Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur in ihrer Ausprägung verschieden; Extreme begegnen einander; alle Wahrheiten sind nur Halb-Wahrheiten; alle Paradoxa können in Übereinstimmung gebracht werden.“

Wahrnehmung des Prinzips der Polarität im Alltag
Als wir anfingen uns mit dem Prinzip der Polarität zu befassen, hatten wir immer wieder das Bild einer älteren Küchenwaage als Symbol. Auf der einen Seite (rechts) ist der maximale Punkt (Pol) einer Sache/Eigenschaft/Emotion und auf der anderen Seite (links) befindet sich der minimalste Punkt (Pol) der gleichen Sache/Eigenschaft/Emotion. Auf dieser Linie (zwischen den Polen) gibt es Gradeinheiten, damit intellektuell gemessen werden kann, welche Gewichtung in die Waagschale gelegt wurde.
Wir diskutierten über die Fragen: Was gewichte ich wie, hat etwas mehr oder weniger Gewicht für mich, was ist mir wichtig und was möchte ich in meiner Wahrnehmung anders gewichten?
In der Beratung ist das Wissen der beiden Prinzipien ‚Schwingung‚ und ‚Polarität‘ äußerst hilfreich. Denn wenn bewusst wird, dass die Art der Schwingung den Grad zwischen der polaren Wahrnehmung bestimmt, dann kann der Grad verändert werden. Die Bewusstwerdung, wo ich gerade stehe, kann z.B. mit Supervision, systemischen Aufstellungen, Meditation und tiefenpsychologischer Hypnose erfolgen. In der Reflektion mit einem Gegenüber, können auch verborgene Anteile ans Licht kommen.
Je wichtiger mir etwas ist, umso höher ist meine Motivation im Zusammenhang aktiv zu werden. Mit Hilfe der Bewusstwerdung lässt sich die Schwingung verändern, was dazu führt, dass sich auch der Grad zwischen der polaren Wahrnehmung ändert.

Eine für uns sehr wichtige Erkenntnis, ist die Unterscheidung zwischen Dualität und Polarität.
Das Verständnis der Dualität führte uns zur Betrachtung dessen, was alles auf den Grad der Wahrnehmung einwirkt.


Die Schwingungsmuster dessen, wie das ‚Ich‘ sich sieht (Wie sehe/fühle ich mich?) und die Schwingungsmuster dessen, wie das ‚Ich‘ von anderen gesehen wird. Die beiden ‚Beobachter‘ sind in einem Spannungsverhältnis oder sogar Gegensatz (sich gegenüberliegende Pole). Wird in der Beratung auf die Sicht von nur einem Beobachter eingegangen, dann entspräche dies lediglich der halben Wahrheit. Werden die Gegensätze in Einklang gebracht, dann kann der Grad der Wahrnehmung verändert werden.
Gerne stehen wir für weiterführende Informationen zur Verfügung.
Herzliche Grüße
Karin und Wolfgang Pietzek

8. Februar 2016

Kybalion - das Prinzip der Schwingung

Was hat der Schatten mit den realen Menschen zu tun?
Im Bild oben sehen wir zwei Personen, die eine Treppe hinuntergehen und deren Schatten auf dem Fels. Gibt der Schatten ein Bild der Personen wie sie sind oder gibt er ein Bild der Personen, wie sie in ihrem Schatten des Momentes erscheinen, ist der Schatten real oder nicht real?
Im übertragenen Sinne erleben wir das genauso im Alltag. Wir nehmen einen Moment von jemandem wahr und glauben damit, diesen Menschen zu kennen. Wir wissen vielleicht den juristischen Namen der Person, doch ist uns selten bewusst, ob die Wahrnehmung des Menschen den Schatten oder den Menschen betrifft. Denn selbst, wenn es die Situation des Momentes wäre, den Mensch würden wir damit lediglich in der Situation beschreiben können. Von einer Erkenntnis, wie der Mensch denkt/fühlt/handelt, was in ihr/ihm vorgeht, wären wir noch weit weg. ...
Herzliche Grüße
Karin Pietzek

31. Januar 2016

Kybalion: Der Schlüssel zum Wissen

Kybalion: Hermetisches Wissen für den Alltag nutzbar gemacht
Was haben Philosophie, Hermetik und Kybernetik miteinander zu tun? Für mich sehr viel. Lest mehr dazu und wie ich das im Alltag erlebe unter

Das Prinzip der Geistigkeit:     http://kybkom.de/kybalion-schluessel-zum-wissen/

Das Prinzip der Entsprechung: http://kybkom.de/kybalion-prinzip-der-entsprechung/

Herzliche Grüße

Karin

9. Dezember 2015

Macht der Worte (3): Die Gute-Laune-Strategie

Unser Körper nimmt Kälte und Wärme wahr. Das zählt sowohl für die Außen- als auch für die Körpertemperatur. Das Temperaturempfinden dehnt sich auch auf unser Gefühlsleben aus.
Fühlen wir uns abgelehnt, dann wird die Temperatur im Umfeld rau und kalt. Fühlen wir uns angenommen, dann fühlen wir das als angenehm warm. Abhängig von unserem emotionalen Grundmuster, also dem, wie wir uns selbst und uns in unserer Umwelt wahrnehmen, fühlen wir uns.

Bewusst die eigene Wirklichkeit gestalten beginnt mit dem achtsamen, liebevollen Beobachten von sich selbst.


Gefühle sind hausgemacht

Das tolle daran, genauso wie bei einem funktionierenden Temperaturregler, können wir unser Empfinden über die bewusste Wahrnehmung regeln. Mit etwas Übung und Bewusstseinstraining wird es immer einfacher, seine Gefühle aktiv zu beeinflussen.

WICHTIG:
wenn Du nicht in die Verantwortung für dich und deine Worte übernehmen möchtest,
dann höre hier auf zu lesen!


Als Baby kennen wir die Gefühle, die in Zusammenhang mit unseren Grundbedürfnissen stehen, ergänzt durch Lust und Unlust. Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeit, Schuld, Eifersucht und Machthunger sind uns fremd. Sie werden erst im Laufe der Jahre wie lesen und schreiben antrainiert.

Die Gefühle lassen Gedanken zu verbalen Instrumenten werden. Ob gedacht, gesprochen, geschrieben oder gelesen, die Worte haben ihre Kraft.

Genauso wie uns Worte niedermachen können, können sie auch aufbauen. Das positive daran: Wir entscheiden selbst, wie wir mit den Worten umgehen. Konzentrieren wir uns auf das Defizit, die Ressource oder die Fülle?

Mit hilfreichen Fragen können wir uns und unsere Wahrnehmung selbst überprüfen:

- Was würde ich tun, wie würde ich mich verhalten, wenn jemand mit dieser (meiner) Fragestellung zu mir käme?
- Worüber könnte ich mich im Moment freuen, wenn ich das wirklich möchte?
- Wofür erlebe ich das?Was kann ich aus dem aktuell erlebten Ereignis für meine Zukunft lernen?

Ein Beispiel aus dem Alltag
Stelle dir vor, du suchst dein Schlüsselbund mit Wohnungs- und Autoschlüssel. Die Zeit sitzt dir im Nacken, du musst zu einem Termin. Wie reagierst du?
Nutzt du die Chance um dich nieder zu machen, vor dich hin schimpfend den Schlüsselbund zu suchen? - oder atmest du erst tief durch, machst einen Moment etwas anderes um kurz darauf zu überlegen, wann du den Schlüsselbund zum letzten Mal bewusst gesehen hast?

Gute Laune Strategie 

Stelle dir die für die jeweilige Situation passende Fragen, damit du zu deiner Lösung findest.

Im Beispiel mit dem Schlüssel war es zuerst ein "sich distanzieren von einer Stress-Situation" um sich anschließend auf das Finden des Schlüssels zu konzentrieren.

Sicher ist dir der Unterschied schon aufgefallen:  Du fokussierst dich auf das Finden, das Suchen ist eine andere Richtung.

Anstelle dich selbst kleiner zu machen, kannst du dir Fragen stellen, die dich zielorientiert zu deinem Wunschergebnis führen.
Genieße den Weg zu deinen Lösungen und werde dir bewusst, jedes Wort hat einen Auslöser und eine Wirkung. Formuliere daher deine Fragen so, dass sie dich aufbauen.

Du bist Regisseur in deinem Leben, niemand anderes. So wie du dich siehst, verhältst du dich. So wie du dich verhältst, wirst du vom Umfeld wahrgenommen. Gibt es dazwischen (zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung) eine Diskrepanz, darfst du dir bewusst werden, wofür du Theater spielst. Was gibt dir deine Inszenierung?
Wenn es das ist, was du dir wünschst und du dich wohl dabei fühlst, dann bist du auf dem Weg zu dir. Wenn es etwas anderes als "gute Laune" und Wohlgefühl ist, dann hängst du vielleicht noch in alten Verhaltensmustern fest. Beobachte deine Gefühle und Worte. Visualisiere dir dein Wunschbild von dir und lebe so, dass du diesem Wunschbild möglichst nahe kommst und übernehme die Verantwortung für dein Leben.
Das beinhaltet auch: wenn du kein Geld hast und dir wünschst Millionär zu sein, dann gib auf dein Geld acht und frage dich, was hat ein Millionär durch sein Geld und welche emotionalen Bedürfnisse stehen dahinter. Wie und in welchen Bereichen kannst du dir in deinem Leben die gleichen emotionalen Bedürfnisse erfüllen?

Viel Spaß bei der Umsetzung wünscht dir


Karin

Karin Pietzek
www.kybkom.de


8. Dezember 2015

Macht der Worte (2)

Während in Teil 1 ein wenig auf allgemeine Zusammenhänge eingegangen wurde, möchte ich in Teil 2 des Blogs noch konkreter werden.
Worte haben -ob sie nur gedacht oder auch ausgesprochen wurden- eine Wirkung. Wenn wir sie denken, dann wirken sie auf unser Verhalten und unsere Ausstrahlung. Wenn wir sie dazu noch aussprechen, dann wirken sie auch beim Gegenüber.
Im Internet kursiert eine Weisheit, deren ursprüngliche Herkunft nicht wirklich klar ist:
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte,
achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Handlungen,
achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Deine Gewohnheiten,
achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter,
achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
Obwohl wir genau diesen Spruch mit der Herkunftsquelle "Talmud" an unserer Flur-Wand haben, fehlt mir etwas. Je häufiger ich den Spruch las, umso mehr beschäftigte mich die Frage:

Sind es wirklich die Gedanken, die zuerst kommen?

Mit meiner Erfahrung als Aufstellungsleiterin und Hypnose-Beraterin weiß ich, dass das Gefühl zuerst kommt. Es formt die Wahrnehmung und damit auch die Gedanken. Alleine etwas denken, ist erst ein Mal neutral. Doch das Gefühl bei den Gedanken gibt den Worten ihre Färbung. Es handelt sich dabei sowohl um das Gefühl beim Aussprechen der Gedanken, als auch das Gefühl dessen, der die Worte hört.

Gleichzeitig haben Worte auch mehrere Schwingungsebenen. Ich ging in Teil 1 bereits ein wenig darauf ein.

Schauen wir uns das Wort "gleichzeitig" genauer an:
Gleich = glei(s) -> also eine Richtung vorweisend
               eich(en) -> etwas eichen umfasst die Qualitätsprüfung und Kennzeichnung nach Eichvorschriften im Rahmen einer vordefinierten Gesetzmäßigkeit
               Eiche -> die Eiche ist ein sehr alter Laubbaum mit ungewöhnlicher Insektenvielfalt
Zeit =     Ze(h) -> ein bewegliches Glied am Ende des Fußes
               ei ->  in der Kindersprache ein Ausdruck der Zärtlichkeit, z.B. ei machen.
               Ei -> befruchtete oder nicht befruchtete biologische Keimzelle
               it -> Abkürzung von z.B. item, das Synonym mit auch, ferner, ebenso, ebenfalls ist
ig =         ig -> drückt den Zustand einer Beschaffenheit oder einer Eigenschaft aus

Bringen wir die Bedeutungen in einen Einklang, dann ergibt sich daraus der Wert für "gleichzeitig":
ein Qualitätsmerkmal mit ungeheurer Vielfalt für eine bewegliche Einheit, aus der viel wachsen kann, die beim Benennen einen Zustand beschreibt.

Was bringt uns das Wissen um die Macht der Worte und
die Vielfalt der in ihnen wohnenden Ebenen?


Es ist das Wissen um die dahinterstehenden Verbindungen. Bereit für ein kleines Experiment?
(1) Überlege welche Worte du verwendest, wenn du traurig, demotiviert/enttäuscht, deprimiert bist. Welche Situationen fallen dir dazu ein?
Schreibe dir kurze Stichworte dazu auf.
(2) Ändere deine Sitzposition. Nimm deine Notizen und schreibe auf einem anderen Blatt auf, wie du dich fühlst, wenn du glücklich, motiviert bist, wenn du etwas großartig findest.
(3) Ändere erneut deine Sitzposition. Fühle in dich hinein, welche Gefühle nimmst du wahr, wenn du nicht gefrustet bist, wenn du nicht deprimiert bist? .... Genau, der erste Impuls geht in Richtung dessen, was du vermeiden möchtest. Etwas "nicht" fühlen fokussiert die Aufmerksamkeit auf das, was vermieden werden soll. Achte auf deine Gedanken.

Wenn wir starke Gefühle haben, die dazu passenden Gedanken denken, dann verstärkt sich die Wirkung.
Haben wir die gleichen starken Gefühle und denken in einer Negierung, dann schwächt das die Wirkung.


Im nächsten Blog stelle ich dir die Gute-Laune-Strategie vor.

Herzliche Grüsse

Karin

Karin Pietzek
www.kybkom.de



7. Dezember 2015

Macht der Worte (1)

Die Macht der Worte, Sprachpsychologie, Linguistik
Als Dozentin an der Uni Konstanz hatte ich vor ein paar Jahren ein Gespräch mit einer Studentin. Sie studierte Soziolinguistik. Auf meine Nachfrage weswegen sie das machte, erhielt ich die Antwort "weil ich sonst nirgends untergekommen wäre." Den Studiengang fand sie in sich als total unsinnig. Nachdem ich ihr die Bedeutung der Sprachpsychologie und insbesondere der Soziolinguistik aus Sicht des Marketing erklärt hatte, wurde sie sehr nachdenklich. Ihre Sicht zum Studium veränderte sich, es wurde zielführend, sinnvoll, sie konnte zukünftig darauf aufbauen.

Die Macht der Worte


Was ein Sender (Sprechender) sendet kann etwas anderes sein, als das was ein Empfänger als gehört wahrnimmt. Vermutlich kennen Sie die Kommunikationsebenen: Inhaltsebene, Prozessebene, Beziehungsebene. Doch darauf möchte ich in diesem Blog nicht eingehen.
Mindestens genauso interessant wie die Kommunikationsebenen finde ich die Beobachtung der eigenen Sprache und das achtsame Wahrnehmen.

Beispiel: Eine Kundin von mir erzählte von ihrem 'Groll' gegen ihren Vater. Sie, eine sehr gepflegte Dame mittleren Alters, die offensichtlich Wert auf ihre Erscheinung und Auftreten legte, ändert sich in ihrem Verhalten abrupt, sobald es um ihren Vater ging. Ihr Gesicht drückte Ekel aus und sie sprach in Fäkalsprache. Alles sei 'scheiße', er wäre ein 'Arschloch'.  Er habe sie nie wirklich gesehen, das sei auch heute noch so. Sie gab ihm die Schuld an den Niederlagen in ihrem Leben.
Die Fäkalsprache gab mir einen Hinweis auf ein tiefenpsychologisches Ereignis in der analen Phase . Das ist die Phase, in der wir lernen, dass es ein Ich und ein Du gibt. Altersmässig ungefähr kurz vor dem zweiten bis Mitte des dritten Lebensjahrs.
Während einer hypnosystemischen Sitzung erinnerte sie sich, dass sie nur ihre Mutter als präsent wahrgenommen hatte. Der Vater sei wenig zuhause gewesen. Der Grund war schnell gefunden: er arbeitete als Service-Techniker und war häufig unterwegs. Wenn er zuhause war, dann wollte er seine Ruhe haben, schlafen oder mit der Mutter alleine sein.
Der von der Kundin beschriebene Groll beinhaltet den Wortteil roll. Daher schauten wir auch nach, was die Kundin damit assoziierte. Sie erkannte, dass -sobald der Vater in der Familie sichtbar wurde- eine Kälte-Front auf sie zurollte, die ihr Angst machte und sie blockierte. Daraus entwickelte sie später, dass sie nach der väterlichen Wärme bei Männern suchte. Die jedoch nirgends fand, da nur Männer mit ähnlichem Verhalten wie ihr Vater, für sie interessant schienen. Was zur Folge hatte, dass sie drei Mal geheiratet hatte und aktuell wieder in Scheidung lebt.
In den hypnosystemischen Sitzungen erkannte sie ihren Weg zu sich. Im Moment ist sie dabei, diesen Weg zu sich und für sich zu erkunden. Das ist nicht immer einfach, denn nun fehlt der Buh-Mann. Sie übernimmt die Verantwortung für sich und findet in sich, ihre Antworten auf aktuelle Lebensfragen. Dabei beobachtet sie sich und ihr Bewertungsmuster und übt sich spielerisch in der Nutzung von Euphemismen.

Euphemismen

Als Kinder lern(t)en wir alle Tabuwörter, 'böse' Wörter, die niemand sagen darf. Nutzen wir diese dennoch, dann lösen sie in unserem Körper Stresssymptome aus. Ein Kreislauf kann beginnen, der relativ leicht über die Beobachtung und vor allem Veränderung der eigenen Sprache unterbrochen werden kann.
Euphemismen sind Stilmittel, mit denen wir die gleiche Bedeutung ansprechen, sie jedoch anders formulieren. Im Ergebnis wird das, was zum Ausdruck kommt, als weicher vom Umfeld wahrgenommen.

Beispiele für Euphemismen:
Bildungsfern <-> statt dumm
Nullwachstum <-> statt Stagnation
Mimikfältchen <-> statt Falten
Kostenintensiv <-> statt teuer
extravertriert <-> statt vorlaut

Sprache und damit verbundene Konzepte

Eltern bringen ihren Kindern bestimmte Sprachformen bei. Wortwahl, Grammatik und die Nutzung der verschiedenen Zeitformen ermöglichen den Kindern im späteren Leben leichter und kreativer mit Sprache umzugehen.

Beispiel - Waldspaziergang:
Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit einem Kind im Wald spazieren. Sie hören es hier rascheln, dort knistern, weiter vorne fällt ein Tannenzapfen klatschend in eine Pfütze. In dem Sie, als Erwachsene/r die Ereignisse in ihrem Umfeld wahrnehmen und beispielsweise in eine Spaziergang-Geschichte verpacken, umso lieber wird das Kind in den Wald gehen und seine Umgebung achtsam betrachten. Gleichzeitig schult es die Kreativität des Kindes. Ein Blatt wird plötzlich vom Wind sanft auf den Boden getragen, eine Feder tanzt in der Luft vorbei, während die Grillen  ihr Lied auf der Wiese spielen. ... erinnern Sie sich an ihren letzten Spaziergang, was fällt Ihnen dazu ein?

Beispiel - Worte für die Sinne:
Kennen Sie Romane, bei denen Sie beim Lesen in die phantastische Welt des Autors eintauchen? Innere Bilder scheinen die Realität der gelesenen Worte erlebbar zu machen. Die dramatische Verfolgung von jemandem lässt ihren Puls höher schlagen, das rührende Liebesgeständnis eines Teenies an seine erste Freundin bringt sie zum Schmunzeln. Die inneren Bilder sind wunderbar lebendig, sie befinden sich in einem hypnotischen Zustand.
Gleiches passiert in Hypnose. Alltagseindrücke treten in den Hintergrund, die Aufmerksamkeit wird auf bestimmte Ereignisse fokussiert. Vergangenes kann auch in Symbolen visualisiert und emotional bearbeitet werden.

Heuristik - Vorsicht Vorurteil

Heuristiken sind verkürzte kognitive Operationen, mit deren Hilfe wir schnelle Schlussfolgerungen ziehen können. Beispielsweise beim Autofahren, wenn jemand vor uns bremst, dann sollten wir nicht erst überlegen müssen, welche Hand und welcher Fuß sich in welcher Reihenfolge bewegen sollte, um auch zu bremsen.
Heuristiken werden auch gerne in der Sprache genutzt, z.B. bei Überschriften. Was verbinden Sie mit "Fouls, Pfiffe und Fehlentscheidungen"? Abhängig von ihrer bevorzugten Sportart wird ihre Antwort in die entsprechende Richtung gehen.
Der Vorteil des schnelleren Denkens liegt klar auf der Hand. Gleichzeitig haben wir eine sehr große Gefahr, denn Urteilsfehler und Vorurteile können unsere Wahrnehmung genauso schnell prägen.

Hand aufs Herz, wie reagieren Sie auf jemanden, der ihnen stotternd oder stark lispelnd erzählt, dass er/sie mehrere Sprachen spricht. Trauen Sie das dem entsprechenden Menschen zu?
Vorsicht, Sprechstörungen sind etwas ganz anderes als Probleme mit der Sprache oder gar der Intelligenz.

Etymologie


Beim Recherchieren für diesen Blog-Beitrag kam ich auch auf den Begriff "Etymologie". Obwohl mir das, was es bedeutet schon lange bekannt ist und ich es auch in meiner Praxis nutze, ist der Begriff für mich neu. Er beschreibt die in einem Wort angelegte "Wahrheit", die mit Hilfe von Ähnlichkeiten zu anderen Wörtern eine erweiterte Auskunft über die ursprüngliche Wortbedeutung ermöglichen.

Ein Beispiel nannte ich bereits im Absatz "Die Macht der Worte":
Groll -> in ihm ist 'roll' enthalten. Also aufrollen, zu rollen, abrollen, rollen. Was verbinden Sie mit Groll und mit rollen/Rollen?

Weitere Beispiele:
Nachrichten: nach etwas richten, nach: hin (Richtungsangabe), richten: ausrichten, anrichten, Gericht (Meinungsbildung), verrichten, ....

Welche Beispiele fallen Ihnen ein?

Metaphern 

Metaphern sind rhetorische Figuren, die etwas in einer übertragenen Bedeutung beschreiben.

Beispiele:
- visuell:  Sie schauen in das Zimmer eines Jugendlichen und stellen fest "das sieht aus wie in einem Saustall."
Vermutlich würde ein Landwirt, der Schweine züchtet, diese Metapher nicht nutzen.

- Glaubwürdigkeit: "Wenn meine Verse meine Zehen überholt, dann stimmt deine Aussage."

- emotional: "Mir läuft ein Schauer über den Rücken".
Abhängig davon was jemand mit einem Schauer verbindet, wird die Aussage verstanden.

Metaphern hängen unmittelbar mit der Bedeutung zusammen, die in Verbindung gebracht wird. Lera Boroditsky, Kognitionswissenschaftlerin der Stanford University, veröffentlichte eine Untersuchung, in der ein Text das Kriminalitätsproblem beschrieb. Dabei wurde ein Mal die Kriminalität als "wildes Tier" bezeichnet und ein anderes Mal als "Virus". Aufgabe der Versuchspersonen war, Lösungen zu finden, wie die Kriminalität in diesem Ort reduziert werden könnte.
Im Ergebnis wurde sichtbar, dass die Probanten, denen die Assoziation mit dem wilden Tier präsentiert wurde, in der Kriminalprävention mit Kriminellen vorgingen, als seien sie wilde Tiere. Während die Probanten, denen die Metapher des Virus für Kriminalität gezeigt wurde, in die Ursachen-Forschung gingen und die Ursache der Kriminalität lösen wollten.

Stellt sich die Frage: Wie sehe ich meine Umwelt? Welche Vergleiche trage ich in mir? Wenn ich an jemanden oder an eine Sache denke, was würde dem Menschen oder der Sache entsprechen? Welche Metapher kommt als erstes?
Dieses Vorgehen kann helfen, sich selbst und seine Einstellung zur Umwelt in einem ganz neuen Licht zu sehen.

Ich wünsche viel Spass bei der Selbstbeobachtung und beim Testen.

Mit herzlichen Grüßen

Karin Pietzek

kybkom.de
info@kybkom.de



Bild: shutterstock_339028025

1. September 2015

Entspannungspädagogik: Autogenes Training

Entspannungspädagogik, mein erster Kontakt mit AT-Oberstufe 

Es war vor über 25 Jahren. Morgens früh um 2.00 Uhr, ich lag im Kreissaal, hatte Wehen. Das letzte Mal, knapp zwei Jahre zuvor, war ich auch hier und hatte meinen ersten Sohn entbunden. Damals machte der Arzt zu früh einen Dammschnitt und erklärte mir hinterher ich solle mich nicht so anstellen. Ich schwor mir kein Kind mehr bei dem Metzger zu bekommen.
Der Wehenschreiber schlug bereits aussagekräftig aus, als sich die Tür öffnete. Ich schaute hin und der Wehenschreiber zeigte nichts mehr an. Grund: der Arzt (Metzger) von vor zwei Jahren stand unter der Tür. Die Kraft meines Unterbewusstseins war so groß, dass die Wehen beim Blick auf diesen Menschen jede Aktivität einstellten. Angeblich ein biologisches 'Geht-Nicht', da der Muttermund schon einige Zentimeter geöffnet war.
Den Vater unseres Kindes schickte ich nach Hause. Mich kennend und wohl wissend, dass ich bei DEM Arzt sicherlich kein Kind mehr bekomme. Auf meine Nachfrage erfuhr ich, dass er noch bis 12:00 Uhr Dienst hätte. Auch noch das, 24 Stunden-Dienst. Plötzlich änderte sich meine Einstellung dem Menschen gegebenüber. 24-Stunden-Dienst zu haben, ist sicherlich schwer. Dennoch es blieb dabei, bei ihm wollte ich kein Kind mehr bekommen. Circa 10:00 Uhr kam die Visite, sie stellten fest, dass alles gut war. Mutter und Kind wohlauf, was es alles gibt. Keine Wehen mehr!?- es wurde diskutiert, ob ich an den Wehentropf soll. Ich lehnte vehement ab und teilte mit, dass meine Wehen sich sicherlich bis ca. 12:30 Uhr wieder einstellen. Die Ärzte lächelten mich höflich an, in ihren Augen stand ihre Meinung im Stil von "träum' weiter" zu lesen.
Von wegen, wer da träumte. Der Metzger-Arzt war kurz nach 12:00 Uhr im Feierabend, ich fragte sicherheitshalber nach und prompt setzten -nach der Bestätigung, dass er weg ist- meine Wehen ein. Die Hebammen hatten auch einen Wechsel. Zu mir kam eine ältere Dame. Sie fragte ob ich autogenes Training oder Meditationen kennen würde. Damals kannte ich beides nicht. Danach fragte sie, ob ich offen dafür wäre. Klar, das war ich. Anschließend sollte ich die Augen schließen, mich auf meinen Atem konzentrieren. Mir Ruhe vorstellen, Schwere und dann meinte sie plötzlich, ich solle mir eine Orange-farbene Pyramide unter dem Bett vorstellen. Das machte ich und plötzlich ging alles sehr schnell.
Das Kind war um 14:06 Uhr auf der Welt, gesund und wohlbehalten. Danach fing ich an, mich mit den Themen rund um Entspannung zu befassen. Zuerst lernte ich autogenes Training. Das hat mir danach sehr geholfen und auch meinen Kindern. Als sie klein waren lies in den Einschlafgeschichten die Formen des AT einfließen, das wirkte wahre Wunder. 


Über geistige Konzentration sind körperliche Prozesse beeinflussbar. Eine Erkenntnis, die sich ab der Geburt meines zweiten Sohnes, mehrfach in meinem Leben bestätigt hat und sicherlich auch weiter bestätigen wird.


Die Geschichte des autogenen Trainings

Der Begriff "Autogenes" lässt sich aus den griechischen Worten "autos" = "selbst" und "genos" = "erzeugen" ableiten. Daraus folgt, beim Autogenen Training wird etwas aus sich selbst erzeugt.

Das Autogene Training wurde vor von Johannes Heinrich Schultz (kurz: J. H. Schultz) neu entdeckt. "Neu entdeckt" deswegen, da die gewonnenen Erkenntnisse für J.H. Schultz neu waren, für z.B. indische und buddhistische Mönche die Übungen jedoch zu den Grundlagen auf ihrem Erkenntnisweg zählen. Die Ergebnisse und das Wirken von J.H. Schultz werden hierdurch weder geschmälert, sie bleiben unangetastet.

Schultz wurde am 20. Juni 1884 in Göttingen geboren. Von Geburt an litt er unter schwerem Asthma. Nach seinem Medizinstudium promovierte der ambitionierte junge Mann 1907 in Göttingen. Hierauf folgten Tätigkeiten in verschiedenen Kliniken, bis er 1915 bei dem berühmten Psychiater Otto Binswanger in Jena habilitieren konnte.

J.H. Schulz hatte schon in der Ausbildung ein ganz besonderes Interesse an Hypnose, Autosuggestion und Psychoanalyse. Die Beschäftigung mit seinen eigenen inneren Bildern und psychischen Erfahrungen halfen ihm bei der Heilung seiner Asthma-Krankheit.
In den 20er Jahren wollte J.H. Schultz als Assistenzarzt in Frankfurt die psychosomatischen Phänomene von Traumatisierten weiter erforschen. Er versetzte Studenten in Hypnose und befragte sie nach ihren Erfahrungen beim Hinübergleiten in den Trancezustand. Ein sehr hoher Prozentsatz erinnerte sich an „ein Schweregefühl im Schreibarm“. H.J. Schultz forschte weiter und experimentierte damit, dieses Schweregefühl von seinen Versuchspersonen durch eine Reihe immer wiederkehrender Formeln selbst, ohne Hypnose, erzeugen zu lassen: Das war die Geburtsstunde des autogenen Trainings.
Nach intensiver Forschung veröffentlichte J.H. Schultz 1932 sein Buch "Autogenes Training", AT.
Während des ersten Weltkriegs war er Chefarzt des Nervenlazaretts im belgischen Namur. Hier machte J.H. Schulz die Erfahrung, dass seine schwer traumatisierten Patienten auch ohne körperliche Schäden erblinden oder taub werden. Bei ihrer Behandlung griff er auch auf die Methode der Hypnose zurück und lernte die Methode schätzen.

Das Autogene Training beruht insbesondere auf der Erkenntnis, dass über die geistige Konzentration körperliche Prozesse beeinflussbar sind. 



Herzliche Grüsse

Karin Pietzek

25. August 2015

Motivation: möglich oder unmöglich?

Nach dem geschäftlichen Teil kam ich mit einem unserer Kunden auch zum privaten Gespräch. Er fragte mich, wie ich zum Marketing gekommen bin. Ich erzählte ihm meine Geschichte und er meinte "wieso konnte ich diese Geschichte nirgends lesen?"
Schmunzelnd gebe ich zu: Wo er Recht hat, da hat er Recht. Also hole ich dies an dieser Stelle nach.

Wenn das unmöglich scheinende plötzlich möglich ist

Im Alter von 34 Jahren erlebte ich durch den vorgeburtlichen Tod meiner Tochter eine tiefe Depression. Damals hatte ich schon meine beiden Söhne. Obwohl sie noch relativ jung waren, halfen sie mir meinen Lebensmut wiederzufinden. Irgendwann abends sah ich im Fernsehen eine Dokumentation, in der es hieß "wer es mit 40 noch nicht geschafft hat, der wird es nie schaffen."Als ich das sah, war ich gerade 35, alleinerziehend mit zwei Kindern, Sozialhilfeempfängerin. Mit dem Gefühl, dem Tod meines Kindes einen Sinn zu geben, setzte ich mich hin und dachte intensiv über diese Aussage nach. Was würde sein, wenn meine Jungs grösser sind, mich nicht mehr brauchen? Was wäre, wenn ich das Baby bekommen hätte und mit dem Vater des Kindes zusammengezogen wäre? Nun, letzteres wollte ich nicht und ersteres lies sich nicht vermeiden. Dass die Kinder irgendwann erwachsen werden ist einfach eine biologische Tatsache.
Die Gedanken "Wer bin ich" und "Was will ich in meinem Leben erreichen" beschäftigten mich intensiv. Ich erstellte Listen. Auf einer stand, was ich gut kann. Auf einer anderen, was ich gerne mache. Die beiden Listen verband ich miteinander, holte mir vom Arbeitsamt ein Buch mit möglichen Berufen. So entstand eine dritte Liste, auf der die passenden Berufe standen. In der Bücherei recherchierte ich anschließend die Gehaltsklassen zu den Berufen. Da fielen dann sehr schnell die meisten meiner damaligen Ziele weg. Nur die Branche "Marketing" blieb stehen. Hier konnte ich kreativ sein, helfen und mein Wissen kontinuierlich ausbauen, da Marketing nie alt wird, sich ewig wandelt und den Bedürfnissen der Auftraggeber, Zielgruppen und Medien anpasst. Mich hatte die Faszination des Ziels gepackt. Vor meiner inneren Auge hatte ich mein Ziel schon erreicht.
Mit diesem Gefühl ging ich zum Arbeitsamt.
Dort saß ein älterer Herr, der mich wohlwollend anlächelte und erklärte "nein. Sie sind schon viel zu alt. Ein Studium bezahlen wir Ihnen nicht. Und dann auch noch mit zwei Kindern, da gehören Sie in dem Alter zu den schwer vermittelbaren, ganz gleich was Sie machen wollen." Ich schaute ihn groß an und fragte höflich, wie lange der Staat noch den Lebensunterhalt von mir und den Kindern finanzieren soll. Es sei doch viel günstiger mir eine gescheite Ausbildung zu finanzieren, damit ich zeigen kann, was ich kann. Das Gesicht des Sachbearbeiters werde ich wohl nie vergessen. Er schaute so verblüfft, dass ich ins Schmunzeln kam.
Um es kurz zu machen: Herr Sachbearbeiter fand einen EU-Topf zur Reintegration von schwer Vermittelbaren. Außerdem eröffnete er mir, dass es eine neue Medien-Akademie der IHK gäbe, die ein Pilotprojekt mit dem Personenkreis machte, in dem ich mich befand. Ergänzend hätten die teilnehmenden Personen auch die Möglichkeit eines vom Arbeitsamt bezahlten drei-monatigen Praktikums in einem Betrieb ihrer Wahl. Nachdem ich eingewilligt hatte organisierte er alles.
Ich kümmerte mich um die Unterbringung meiner Kinder. Die beiden Jungs gingen nach der Schule und in den Ferien zu einer Tagesmutter, an den anderen Zeiten war ich daheim.
Der Unterricht begann. Ich fragte unsere Lehrer nach dem Lehrplan, schließlich wollte ich es mit 40 geschafft haben. Das bedeutet lernen, lernen, lernen. Die Schulleitung fühlte sich offensichtlich unter Druck, denn mit den Überschriften wollte ich mich nicht abgeben und mehr als Überschriften konnten sie mir am Anfang nicht zeigen. Irgendwann kam dann auch die Info, dass ein Mitschüler vom Arbeitsamt gesagt bekommen hatte, dass es kein bezahltes Praktikum gäbe. Als diese Nachricht bei mir ankam, schrieb ich eine Entschuldigung für mein Fehlen am Unterricht, drehte mich postwendend um, marschierte zum Arbeitsamt und setzte mich so lange vor das Zimmer meines Sachbearbeiters, bis er sich Zeit für mich nahm. Das dauerte relativ lange. Er hatte vorher den ganzen Tag Termine und ich kam erst ganz zum Schluss dran. Wir konnten ruhig miteinander reden und ich erklärte ihm die Wichtigkeit des Praktikums für die Schüler dieses Pilotprojektes (alle schon älter) und für die Reintegration in die Arbeitswelt. Nachdem er mir vorher mitgeteilt hatte, dass die Praktikums-Förderung tatsächlich gestrichen worden sei, meinte er zum Schluss 'ich verstehe Sie und kümmere mich darum.' Das machte er auch und hatte Erfolg! Die ganze Klasse konnte im Anschluss an die Ausbildung ein drei monatiges Praktikum absolvieren. Als das bekannt wurde, hatten sie mich zur Klassensprecherin ernannt.
Mein Lernwille und der Engpass der Lehrer sorgten dafür, dass wir als Arbeitsamts-Teilnehmer ein relativ hohes Ausbildungslevel erreichten. Nicht alle, die mit uns starteten, konnten das Level wirklich erfüllen.
Wir waren als Klasse so gut, dass die Schule uns als Vorzeige-Klasse zu einer überregionalen Messe schickte. Die Vorbereitungen waren intensiv. Mit der Anleitung unserer Lehrer erstellten wir aussagefähige Werbematerialien und stellten diese an unserem Stand aus. Im Verlauf der Messe, als ich am Messestand war, kam ein komplett schwarz gekleideter Herr an den Stand. Schaute sich die Arbeiten an und meinte mit (in meinen Ohren) arrogant klingender Stimme etwas im Stil von "so schlechte Arbeiten habe ich selten gesehen". Wer mich damals kannte wusste, dass das so nicht stehen blieb. Ich drehte mich zu ihm um, schaute ihm in die Augen und forderte ihn heraus "Das ist eine ziemlich destruktive Kritik, können Sie das auch konstruktiv?" Er stutze, auf dem Messestand war es urplötzlich so ruhig, man hätte eine Stecknadel fallen hören. Danach drehte er sich zu den Arbeiten um und begann seine Erklärung zu jeder Arbeit abzugeben. Wir unterhielten uns angeregt und ich verstand, wie es zu seiner Äußerung kam. Ich bedankte mich, er ging seiner Wege und ... stand plötzlich auf der Bühne um als Gast-Redner einen Vortrag über Marketing zu halten. Ich hätte mich am liebsten in ein Mausloch verkrochen, so peinlich war mir das in dem Moment der Erkenntnis. Denn erst zu dem Zeitpunkt merkte ich, dass in dem Tross, der mit ihm kam, auch der Oberbürgermeister von Freiburg und  einige andere renommierte Persönlichkeiten befanden.
Damit das jetzt hier nicht zu lange wird: ich wurde nach Bonn zum Assessment-Center eingeladen. Es ging um ein Auswahlverfahren für ein Stipendium.
Als ich dort ankam, waren lauter junge Menschen um mich herum. Ich war deutlich die älteste, fühlte mich auch so und dachte nur 'was kann ich verlieren - nichts. Im schlimmsten Fall hast du einen interessanten Tag ohne Folgen.' Das lies mich ruhiger werden.
Im Ergebnis erhielt ich das Stipendium, machte eine Zusatzprüfung zur Abi-Anerkennung und konnte nebenberuflich studieren. Damals erschien mir das alles wie in einem Film, total selbstverständlich. Wer sich auf sein Ziel fokussiert, erreicht es auch. Da war kein Hauch von 'kann es erreichen' sondern der Fakt, dass das Ziel erreicht ist und ich mich lediglich auf dem Weg dorthin befinde.
Zu der Zeit war ich schon im Praktikum. Meine Praktikums-Anleiterin erzählte mir, dass gerade eine Account Manager-Stelle frei sei. Im Ausschreibungstext standen Wunschangaben wie jung, studiert mit Praxiserfahren. Nun ja, ich war weder jung, noch hatte ich mein Studium angefangen und die Praxiserfahrung beschränkte sich auf meine Ausbildung in der Medien-Akademie. Meine damalige Cheffin meinte 'bewirb dich, du hast nichts zu verlieren.' Also gab ich meine Bewerbung ab und wurde wieder zu einem Assessment-Center eingeladen. Nun waren die anderen Teilnehmenden ein wenig älter, dennoch deutlich jünger als ich. Alle top gestylt, ich fühlte mich als Mama von zwei Kindern und kleidete mich damals so wie ich mich fühlte, unattraktiv. Da ich mir Null Chancen gab, war ich sehr locker. Wir wurden unter anderem auf unsere Teamfähigkeit geprüft. Die anderen Teilnehmer hatten mich ungefragt zu ihrer Cheffin gekürt. Das kam mir total komisch vor. Ich spielte dennoch mit. Den Ton angeben musste ich auch zuhause bei meinen Kindern. Es kam wie es kommen durfte. Ich erhielt den Job und war plötzlich Account Managerin im Direktmarketing, zuständig für neun Verlage. Im nachhinein wurde ich dann ausgewählt um den online Vertrieb aufzubauen. Langsam wuchs die Abteilung und wir entwickelten ein System mit Referenz-IDs, damit die Vertriebspartner wissen was bei uns verkauft wurde und wir wussten, welche Werbemaßnahmen gut oder schlecht waren. Dort arbeitete ich circa zwei Jahre und wechselte anschließend zu einer Marketing-Agentur in Zürich. In leitender Funktion baute ich den damals größten Schweizer Online Zeitschriften Kiosk auf. Es war super spannend und extrem lehrreich. An meinem 40. Geburtstag konnte ich sagen "Ja, ich habe es geschafft." Rückblickend und andere motivierend darf ich feststellen: Wer ein Ziel hat, dieses fühlt, in sich schon als Ergebnis sieht und bereit ist, auch wirklich für dieses Ziel zu arbeiten, der erreicht alles, was er/sie sich vorstellen kann.

Heute arbeite ich im eigenen Unternehmen als Marketing-Mentorin und Entspannungspädagogin. Gebe mein Wissen in Einzel- und Teamschulungen, als auch Vorträgen weiter. Das Leben ist schön, ich lade dich ein es zu genießen und dir deine Ziele zu visualisieren. Wenn du sie wirklich erreichen möchtest, ist vieles unmöglich scheinende plötzlich möglich.

Herzliche Grüsse,

Karin 

Karin Pietzek, www.kybkom.de